-A A +A

Dichtungen

Auf diesen Seiten sind alle auf LiteratPro veröffentlichten Beiträge untergebracht, die in die Kategorie „Dichtungen“ eingeordnet werden konnten. Die Einordnung in die Kategorie Dichtungen wurde dabei von LiteratPro vorgenommen und entspricht nicht zwingend den eventuell fachlichen Einordnungen in Publikationen.

LIEBE UND TOD - an Leonie -

Bild

Ein altes Sprichwort kommt mir in den Sinn,
daß Tod und Liebe, wunderbar verbunden,
ihr Spiel betreiben seit dem Anbeginn
der Welt. Die Liebe heiligt Todesstunden
mit ihrem Trost, doch die Beharrlichkeit,
die sie verspricht, ist nur von kurzer Dauer.
Der Tod, der nichts verspricht, verschlingt die Zeit
und weiht die Liebe mit dem Kelch der Trauer.

von: 
Erich Vio

Eine ägyptische Mumie im Vatikan

Schwarz, ausgemerkelt das Gesicht, die Hände
auf weißem Tuch und an des Sarges Wände
gemalt der Todesengel flugbereit,
so übergab man sie der Ewigkeit
und hub sie aus der Finsternis ans Licht

von: 
Erich Vio

Staub

Wir weben hin und her von Licht und Schatten,
erkennbar nur in einem schmalen Band,
dann liegen wir auf Teppichen und Matten
zur Ruh gehäuft und regungslos wie Sand.

von: 
Erich Vio

Traumgeborene Schöpfung

Frei und licht überragen sie
wesenlos den wirkenden Tag –

Bis dann ein Gestaltender umfasst
die Fülle nächtlichen Geschehens
und aus dem fließenden Traumgewebe

von: 
Josef Wilms

Versteigerung einer Chinesischen Kunstsammlung

1974 stießen chinesische Bauern, die in einem Getreidefeld beim gelben Fluss in der Provinz Shaanxi einen  Brunnen gruben,

von: 
Erich Vio

Tod des Säufers

Er saß, auf seinem Schaukelstuhl, gelassen,
die Hand ums Glas, als hätte ihn der Tod
beim Trinken angerührt und sitzen lassen.

Sein fahles Antlitz schimmerte im Rot

von: 
Erich Vio

Romanische Kirche

Die Finsternis dringt ein durch Stoff und Poren,
entleert das Auge und betört den Sinn.
Der Raum hat Richtung und Gewalt verloren,
das Ende tastet sich zum Anbeginn.

von: 
Erich Vio

Friedhof Fluntern in Zürich

Beschattend des Friedhofs Eintrittsalleen
im Grünen zwei mächtige Blutbuchen stehen –
verbreitend ihr düsteres Kupferrot
zur Deckung dem modrigen, duftenden Tod.

von: 
Erich Vio

Fichtenwald nach Schneefall

Schwarze Wächter des Schweigens,
im Windstoß erschauernd,
ragt ihr ins leuchtende Blau –
warnend und trauernd.

Weiße Hüter der Stille,
ihr gittert das Glühen
am Horizont, wenn dem Berg

von: 
Erich Vio

Die unbewohnte Quinta

Auf einem Waldweg öffnet sich ein Tor,
die Flügel fehlen, das Gehöft ist leer,
die Häuser abgeschlossen. Ringsumher
die Mauer schwer mit Efeu und ein Chor

von: 
Erich Vio

Der verschüttete Bergarbeiter

Er grub - und plötzlich brach der ganze Raum
um ihn zusammen und verschlang den Schacht.

Er stemmte sich dagegen wie ein Baum
und schrie. Um ihn war nichts als schwere Nacht

von: 
Erich Vio

Der Trichter

So wie der Wanderer von einer Höhe
die Herde unten auf den Wiesen sieht,
durch die er ging, so klein, unwirklich sehe
ich die Vergangenheit, die mir entflieht.

von: 
Erich Vio

Aus der Mission - V. Der Töpfer

Spät ist´s. Sein Rad wird nicht mehr lange kreisen.
Die Hand versagt ihm, sein Gefäß zu runden.
Der Lehm entgleitet. Kurz die Abendstunden.
Wie soll er seiner Arbeit Sinn beweisen?

von: 
Erich Vio

Aus der Mission - IV. Der Ozean

Dein Grollen trifft mein aufgelegtes Ohr
und rollt von Meer und Sand durch Mark und Blut.
Hier liege ich, ein angeschwemmtes Gut,
umspült, umbraust von deinem Donnerchor.

von: 
Erich Vio

Aus der Mission - III. Die Vogelscheuche

Der Nebel liegt in Fetzen auf den Feldern,
wie Leichentücher nach der großen Schlacht,
so ungewöhnlich war des Sturmes Macht.
Der Blitz schlug ein in Dörfern und in Wäldern.

von: 
Erich Vio

Aus der Mission - II. Der Hirte

Der Abend kommt als Hirte auf die Erde.
Er winkt die Boote zu der Wasserfront.
Auf weitem Feld am Meereshorizont.
versammelt er der Wolken lichte Herde.
Er feiert ihrer Einkehr hohe Weihe

von: 
Erich Vio

Aus der Mission - I. Der Missionsarzt

Er geht von Bett zu Bett in kahlen Sälen,
den Kranken Linderung und Trost zu spenden,
indessen Priester sich dazu verwenden,
Erlösung zu erbitten ihren Seelen.

von: 
Erich Vio

Uraltes Gewölbe

Dass du durch diesen dunklen Bogen eingetreten,
und dass dein Frevlerschritt in diesen Mauern hallt,
das wird dir nie vergeben! Auch wenn kein Gesicht
dich schreckt und keine Riesenfaust

von: 
Carl Stern s.A.

SOMMER

(Aus dem Zyklus "Israelische Landschaften")

Glut glost das Land in Dunst. -
ln heißen Feuernetzen eingesponnen
Bleibt Erstorbenes.

Glühend,
Glühend weiß,
Hockt die Sonne
Heiß im Äther,

von: 
Carl Stern s.A.

L'INCONNUE DE LA SEINE

(2. Fassung: 1979)
- Für Muk -

o süßer schmerz -
noch meine lippen flüstern
ihn nach innen, innen,
so unendlich zärtlich,
hingehaucht
noch hab ich ihn,
gebetet wie

von: 
Carl Stern s.A.
Inhalt abgleichen