(ungefiltert und in der Reihenfolge ihres Auftauchens)
der herbe Duft von Salbei und Tomatenkraut und von Brombeerbüschen, auf die die volle Sonne scheint;
das Meeresrauschen und das leise Knistern im Sand, wenn die Wellen sich zurückziehen zu einem neuen Anlauf;
wenn Möwenrufe sehnsuchtsvoll verhallen;
das träge Brummen einer Hummel am Nachmittag und wie die Ohrenkneifer blitzschnell in den Blütentüten der Dahlien verschwinden;
das verschlafene erste Vogelpiepsen, mit dem der neue Tag sich ankündigt;
den vollen, klaren Gesang einer selbstbewussten Amsel;
das stetig-hypnotische Tröpfeln von Dauerregen;
wenn ein leichter Nebelhauch frühmorgens kniehoch über den Wiesen schwebt oder nach dem Regen Nebeldunst aus dem Bergwald wie ein Wolkentraum aufsteigt;
wenn Tauperlen in Spinnennetzen glitzern wie Diamanten;
Froschkonzerte;
Libellen im Schilf;
wie hell es wird, wenn ein Baby spontan lächelt;
ein Doppelregenbogen;
Magnolienblütenbäume und die rosa Wolken, wenn die japanische Kirsche blüht;
wenn Kirschen und Beeren so prall sind, dass sie im Mund zerplatzen;
Erdbeereis;
Zitrusduft;
dicker weißer Zuckerguss;
Espresso, der einen weichen Geschmack hinterlässt;
Stille, die in den Ohren widerhallt;
leise Stimmen;
Fehlen von Aggressivität;
Offenheit und Hilfsbereitschaft;
das Atmen des Waldes;
wie vielfältig-bunt Grün sein kann;
die Souveränität von Katzen;
Hülsenfrüchte und Eintöpfe;
knackige Äpfel und sanft-süße Birnen;
Pasta al ragù bolognese con Grana Padano;
italienisch;
selbstgebackene Brötchen mit Butter und Salz;
Cheddar-Käse;
Dudelsackmusik;
Omas Gurkensalat;
den Luxus von Nachmittagsschlaf;
mein Auto und ziellose Fahrten über Land;
die verschwenderische Pracht von Pfingstrosen und feuerroter Canna Indica;
den melancholischen Ruf von Dompfaffen und das respektlose Tschilpen der Spatzen;
Sudoku;
wenn Romane schlüssig sind;
wenn mir ein Gedicht gelingt;
wenn auch anderen meine Texte gefallen;
Leute, die lieb an mich denken.
© noé/2020