Lauf - die Zeit wird quer gerollt
du bist entdeckt
Weinen und Schuhe die du trägst
zerspringen in Minuten
lauf - der Boden den du
neugierig bespielst - voller Scherben
durchs Labyrinth fliehst du
auf zitternden Lippen heimlich Klang dem Wächter
du strauchelst schon - lauf hinter
das Ticken aller Uhren deines Herzschlags
in deine Hände taumelt Schnee
Schneller - die Wurzeln deiner Seele saugen
kein Wasser - glaub ihnen nicht - Ofelia
Männern - mit Waffen und
grausamen Mündern - geh und folge
deinem Pan - deiner goldenen Fee
Zeichen schneiden Augen
nähen dich in eine Reise
glockenhelle Jahre schnurren ein
schwer - die Maske der Kriegerin
auf deinem kleinen Herzen und
Pans Flüstern: "vergiss nicht
das Gras über das deine Füsse fliegen
verdorrt - deiner Mutter Blut
kann dir nicht rauschen"
alles Rot schwillt
zum Fluss der weiter fließen will
du hast es gut gemacht
die Kugel gräbt tief - den Tod
doch dein Licht führt
auf den Thron des Königsschlosses
Prinzessin
während dein anderes
verlischt
C. Mara Krovecs / 2012 - Versuch eines Gedichtes über das Mädchen Ofelia in dem großartigen Film: Pans Labyrinth
Regie: Guillermo del Toro
Das Thema ist sehr aktuell, wenn man bedenkt welche psychischen Leistungen tausende von Kindern zur Zeit erbringen müssen, um Krieg, Tod, Flucht und Verlust zu verarbeiten.