Dichterdenken

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von Heide Nöchel (noé)

Wenn man dem Ruf des Schicksals folgt –
wie gewaltig ist die Macht,
die einen treibt und wirken lässt!
Schliemann damals fand das Gold,
von Oppenheim trieb auch die Kraft,
sie hielten an den Träumen fest.

Hätten sie das nicht getan –
den eig'nen Kopf stur durchgesetzt –
wer würde heute an sie denken?
Sie glaubten einfach fest daran.
Hat ihre Umwelt auch gehetzt,
sie ließen sich durch nichts ablenken.

Sie hatten ihre Vision
und meistens nicht viel mehr als das,
wie häufig wurden sie belacht ...
er traf sie nicht, der blanke Hohn.
Dann wurden all die and'ren blass,
beim Anblick der gefund'nen Pracht.

So sollten wir als Dichter denken,
und uns nicht irre machen lassen,
berichten, was im Geist wir sehen,
dem Leser vielleicht Einsicht schenken,
viele der Wunder zu erfassen,
die unbeachtet sonst vergehen.

Wie all die Schätze wir bewahren
und Wirklichkeiten konservieren,
auch, wenn sie heute uns verlachen,
so zeigt es sich einst mit den Jahren,
indem wir es vor Augen führen,
dass wichtig ist, was wir heut machen.

© noé/2015 Alle Rechte bei der Autorin

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