Brennen muss man!

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von Heide Nöchel (noé)

Man könnte es auch so betrachten:
Die Kunst zu schreiben, ist schon speziell;
doch sollte man sie nicht verachten!
Gedanken kommen und gehen schnell,

sie kurz vordem noch zu fixieren,
und möglichst auch was auszusagen,
den Leser damit zu berühren
in grad seinen Empfindungslagen,

mit Worten sogar Bilder malen
aus einer Riesenfarbpalette,
aus der selbst Mond und Sterne strahlen,
das ist, was mancher gerne hätte.

Versuche gibt es derer viele,
man wird mit ihnen totgeschmissen,
Doch, dass man mit dem Worte spiele,
das lassen etliche vermissen.

Da wird gehämmert und gesägt,
gezimmert und wild dreingeschlagen,
bis endlich dann ein Reim dasteht:
WAS wollt' der Dichter DAmit sagen ...?

Gar mancher liegt noch in den Wehen,
doch alles dies sind ReimVERSUCHE,
und aus den Versen, die entstehen,
entwickelt manches sich zum Buche,

wenn man ihm Zeit zum Reifen gibt,
daran zu wachsen, sie sich nimmt,
es nicht sofort beiseiteschiebt,
einfach zu üben, bis "es stimmt",

und bis die Leser Freude haben,
bereit sind, mit dem Text zu gehen,
ja, selber sehen all die Farben!
Das darf man gern als Auftrag sehen.

Da Meister nicht vom Himmel fallen
ohne entsprechende Blessuren,
darf auch ein Dichter Lehrgeld zahlen,
das geht nicht ohne Korrekturen.

Doch eines gilt es zu erkennen:
Unschaffbar ist er nicht, der Berg,
will man Erfolg, dann muss man "brennen"!
Und darum sag ich: Frisch ans Werk!

noé/2016

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