Lieber Mond, so mild da droben,
lässt dich zwischen Wolken hängen,
reichlich mit Gesängen loben,
von Liebenden wie Dichtern drängen,
die auf dich als Mittler hoffen –
und bleibst doch ergebnisoffen.
Streust dein Silberlicht ins Tal,
wanderst über Bergabhänge,
du entlarvst mit deinem Strahl
manch lichtscheu angelegte Zwänge,
schmiegst dich gern in kahle Bäume
und beförderst Alb wie Träume.
Balsam bist du wunder Seele,
die Trost in dir wohl sucht und findet,
dass sie sich nicht länger quäle,
nicht mehr Ballast an sich bindet,
der erdrückt wie schwerer Stein –
und bist doch nur Widerschein …
© noé/2018
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