Ein armes, altes Mütterchen

Bild zeigt Olaf Lüken
von Olaf Lüken

Sie ist verarmt und obdachfrei.
Die Kleider sind schon sehr verschlissen,
trägt schwere Bündel - mehr als zwei,
ihre Nägel sind leicht eingerissen.

Es schmerzt ihr, mit jedem Atemzug.
Das Herz mit Sorgen sehr beschwert.
Die Krücken, die sie bei sich trug,
sind keinen einzigen Euro wert.

Burschen hatten, unverhohlen,
bei einer üblen Rauferei
beide Krücken ihr gestohlen.
Dann schlugen sie das Holz entzwei.

In müden Augen Not und Weh.
Sie ist krank, habt doch Erbarmen !
Kälte kriecht ihr bis zum Zeh.
Sie ist die Ärmste unter Armen.

Der Mann ist tot, die Rente klein,
sie kann keine Miete zahlen.
So wanderte sie querfeldein,
die Füße schmerzen in Sandalen.

Ich sah die Frau im Abendrot,
auf 'ner Bank, bei einer Eiche;
die Augen offen, sie war tot.
Ein Auto holte ab die Leiche.

(c) Olaf Lüken (14.03.2021)

PS: An Ingrid Bezold: "Vielen Dank für deine Anregungen !" Olaf

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