So jung sind sie noch, so klein und schwach, und doch so hell wach, die Augen, sie suchen Farben und Formen, auch Liebe und Normen an sicherem Orte, die Lippen, sie sagen die nötigen Worte, doch statt sich zu üben mit Singen und Lieben, mit Rufen, Lachen und Unsinn zu machen, sich zu verstecken und unter schützenden Bäumen und Hecken zu lesen, zu träumen, zu singen, zu springen, sieht man sie schwere Steine tragen, im Müll auch wühlen, wo Ratten sich jagen, verloren sich fühlen, ganz ohne Klagen, anscheinend froh, sie kennen’s nur so, sie müssen dienen an schweren Maschinen, sie weben Teppiche im Akkord, sind unbehütet und können nicht fort, ja, diese Kinder, sie sind in Not, sie plagen sich hin bis zum frühen Tod, damit wir, die wir im Wohlstandsland leben, für eine Jeans nur acht Euro ausgeben, wir nennen uns Menschen mit hoher Moral, doch scheint uns das Elend der Kinder egal, und ist unser Grundgesetz wirklich belastbar, ist auch nicht antastbar die Würde der Kinder der dritten Welt, und was uns nicht fehlt, ist das nötige Geld.
Kinder in Not - Poetry Slam

von Marie Mehrfeld
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