Es weihnachtet wieder beharrlich:
Gottes Sohn kommt! - wahrlich, wahrlich -
klein in seiner Futterkrippe,
ein Lächeln auf der Götterlippe.
Glöckchenklingeln und Engelssingen
soll Einsicht und Verstand uns bringen,
dass wir das Töten und das Leiden,
das Kriegen, dauerhaft vermeiden,
wenn alles so besinnlich bleibt,
wie man die Weihnachtsszeit beschreibt.
Es steht schon in den alten Scripten,
auch er floh damals, nach Ägypten,
und war auf Hilfe angewiesen.
Das ist nicht hinlänglich bewiesen,
doch, wenn man heute um sich schaut,
wird da nicht doch mal Kritik laut,
wie es Flüchtlingsfamilien geht,
wenn bis zum Hals das Wasser steht -
und das nicht nur zur Weihnachtszeit?
Verliert das seine Gültigkeit,
wenn warmes Licht der Flackerkerzen
erloschen ist in Alltagsherzen?
Wenn alle Rührung erst versiegt,
weil man dem Dauerstress erliegt?
Wenn andre Dinge wichtig werden,
die Politik von Geisteszwergen,
die Eifersucht, der Nachbarsneid -
wen kümmert dann noch Flüchtlingsleid?
Lasst in euch eine Kerze brennen,
die soll vom Herzdunkel euch trennen,
seid frei, zum Mit-Gefühl bereit -
und das nicht nur zur Weihnachtszeit.
noé/2016